Wenn der Herbst kommt und die Blätter fallen, verändert sich nicht nur die Landschaft – auch deine Pflanzen brauchen jetzt besondere Aufmerksamkeit. Der größte Fehler in dieser Jahreszeit? Zu viel Wasser! Viele Hobbygärtner schaden unbewusst den Wurzeln ihrer Pflanzen. Warum das so ist und wie du es besser machst, erfährst du hier.
Warum richtige Bewässerung im Herbst entscheidend ist
Im Herbst sinken die Temperaturen, die Sonne zeigt sich seltener und der Boden bleibt länger feucht. Viele Pflanzen treten in ihre Ruhephase ein und haben einen deutlich geringeren Wasserbedarf. Gießt du trotzdem wie im Sommer weiter, kann das schwerwiegende Folgen haben.
Staunässe ist der häufigste Auslöser für Wurzelfäule. Dabei beginnt das Wurzelsystem zu faulen, was oft unsichtbar bleibt – bis es zu spät ist.
Die Anzeichen von Wurzelfäule frühzeitig erkennen
Oft zeigt die Pflanze erst sehr spät, dass im Boden etwas nicht stimmt. Achte besonders auf diese Symptome:
- Zunehmendes Welken trotz feuchtem Boden
- Gelbliche oder matschige Blätter
- Ein modriger Geruch in der Nähe der Erde
- Schlechter Wachstum im Spätherbst
Wenn du eines oder mehrere dieser Zeichen bemerkst, ist schnelles Handeln gefragt. Meist hilft dann nur noch das Umtopfen oder Zurückschneiden betroffener Wurzeln.
Wann und wie du im Herbst richtig gießt
Der Schlüssel liegt in der Dosis und im richtigen Zeitpunkt. Hier ein paar einfache Regeln:
- Frühmorgens oder vormittags gießen: So kann überschüssiges Wasser tagsüber verdunsten.
- Bodenfeuchtigkeit prüfen: Stecke einen Finger 3–5 cm tief in die Erde. Wenn sie sich noch feucht anfühlt, warte mit dem nächsten Gießen.
- Nie nach Regen gießen: Auch wenn es nur leicht geregnet hat – der Boden braucht oft Tage, bis er wieder trocken genug ist.
- Bei Topfpflanzen: Ablauflöcher kontrollieren: Verstopfte Töpfe begünstigen Staunässe stark.
Ein weiterer Trick: Verwende Regenwasser oder abgestandenes Leitungswasser bei Zimmertemperatur. Kaltes Wasser kann gerade in der kühlen Jahreszeit Stress verursachen.
Wichtig: unterschiedliche Pflanzen – unterschiedlicher Wasserbedarf
Nicht jede Pflanze braucht im Herbst gleich viel Wasser. Hier einige typische Beispiele mit ihren Bedürfnissen:
- Immergrüne (z. B. Buchsbaum, Kirschlorbeer): Sie verdunsten auch im Herbst Wasser und brauchen gelegentlich eine kleine Wassergabe, besonders bei windigem Wetter.
- Laubabwerfende Gehölze: Sie stellen nahezu komplett das Wachstum ein – hier reicht oft einmaliges Gießen im Monat.
- Kübelpflanzen (Geranien, Oliven): Kontrolliere auch im Überwinterungsquartier regelmäßig die Feuchte – dort trocknet Erde oft unerwartet schnell aus.
Bonus-Tipp: Mulchen gegen Verdunstung und Kälte
Mit einer Schicht aus Rindenmulch, Laub oder Stroh schützt du den Wurzelbereich gleich doppelt: gegen Temperaturabfall und gegen das Austrocknen. So bleibt der Feuchtigkeitsgehalt im Boden stabil – und du musst weniger gießen.
Besonders bei jungen Sträuchern oder frisch gepflanzten Stauden ist dieser Schutz im Herbst wirkungsvoll.
Fazit: Weniger ist im Herbst oft mehr
Gießen im Herbst ist wichtig – aber nur gezielt und mit Verstand. Beobachte deine Pflanzen, checke regelmäßig die Bodenfeuchte und passe dein Gießverhalten den Wetterbedingungen an. So schützt du die Wurzeln nachhaltig vor Fäulnis und legst den Grundstein für ein gesundes Wachstum im Frühling.




